Mittwoch, Mai 31, 2006

Schülerproteste in Chile

Hier ist mal wieder was los! Uijui!
Mit Tränengas und Wasserwerfern wurde gestern auf der Alameda gegen tausende demonstrierende Schüler vorgegangen. Die schlechte Ausstattung der öffentlichen Schulen, die Erhöhung der Prüfungsgebühren für die Zulassung zur Uni und der öffentlichen Verkehrsmittel haben eine halbe Million Schüler zur größten Demonstration seit Jahrzehnten auf die Straße
getrieben.
In Chile muss man für eine gute Ausbildung viel Geld auf den Tisch legen. Die meisten können es sich nicht leisten ihr Kind auf eine private Schule zu schicken. Da bleibt dann nur noch die öffentliche Schule, die günstiger, aber auch viel schlechter ist.
Die Proteste richten sich gegen die neue Regierung in Chile, unter der Präsidentin Michelle Bachelet. Gestern hat sie sich zu einem Gespräch mit den Schülern bereit erklärt. Nachdem das Tränengas aber auch in die Gesprächsräume der Biblioteca Nacional eingedrungen war, musste die Anhörung abgebrochen werden.

Proteste gehen hier meist nie friedlich vonstatten. Meist werden alle umliegenden Häuser und Autos zerstört und Geschäfte ausgeraubt. Die Polizei geht daher selbst gegen friedliche Demonstranten ziemlich harsch vor... Mehr als 700 Schüler wuren gestern festgenommen.

Auf dem Weg zur Arbeit bin ich gestern und heute Schülern begegnet, die Geld für ihre Schulen gesammelt haben.

Foto: tagesschau.de

Mehr dazu:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5581058_REF3,00.html
http://www.netzeitung.de/ausland/402391.html

Sonntag, Mai 28, 2006

Von Sonntag bis Sonntag

Letzten Sonntag hab ich mich mit Janine und Juan getroffen. Wir sind dann mittags in ein peruanisches Resxtaurant gegangen und haben leider nicht sonderlich peruanisch gespeist: Hähnchen mit Pommes und Salat. Dafür gab es eine peruanische Nachspeise. Danach sind wir ins Museum Bellas Artes gegangen und haben uns unter anderem eine Fotoausstellung angesehen. Auf dem Weg zum Museum müssen wir sehr ulkig ausgesehen haben, denn fast jeder guckte und grinsend an: zwei riesige Frauen mit einem kleinen Mann im Anzug mit Aktenkoffer! (Juan geht mir gerade mal mit seinem Kopf bis zu meinen Schultern... ) Zum Ende des Museumsbesuches haben wir uns noch eine Dokumentation angesehen. Sie handelte über die Folterungen im Estadio Nacional zu den Zeiten Pinochets. Der Film war schon ziemlich bewegend, auch wenn ich nicht alles verstanden habe. Pastor, ein Freund von Janine, war auch mit und bei ihm sind sogar einige Tränen geflossen. Das ist hier ja auch alles noch nicht so lange her mit der Diktatur. Gerade mal so ca. 15 Jahre. Das muss man sich mal vorstellen! Vielleicht waren bei Pastor auch Freunde oder Familienmitglieder betroffen. Wir haben nachher jedenfalls eher geschwiegen, als darüber gesprochen...

Montag Abend haben wir (Pablo, Janine und ich) uns an der Plaza Nunoa getroffen und sind ins Budapest gegangen. Dort gab es auch wieder selbstgebrautes Bier. Das Schwarzbier schmeckte etwas nach Lakritz. Später sind dann noch Tobias, Keno und Javier nachgekommen. Gegen 1h lag ich dann im Bett.

Mittwoch Abend fand ein "kleines Abschiedsfest" für Janine im Sudafricano statt. WIr waren doch so an die 20 Leute... War echt ganz gut, aber richtig in Feierlaune war ich nicht, denn Javier hatte auch seinen letzten Abend in Santiago un von ihm musste ich mich also auch verabschieden :(

Am Samstag, also gestern, hab ich Janine dann zum Flughafen begleitet. Tränen sind nicht geflossen, aber ein wenig traurig war ich schon. Wir haben nach Abgabe des Gepäcks dann noch in Ruhe gefrühstückt und ich bin dann in die Stadt zurückgefahren. Da war ich erstmal shoppen. Muss auch mal sein...
Ansonsten war mein Wochenende sehr ruhig! Aber das wollte ich auch mal. Habe viel geschlafen, gelesen und so weiter. Heute Abend gehen wir zur Universidad Catholica. Da gibt es die europäischen Filmfestwochen. Heute wird "Kebab Connection" mit Nora Tschirner gezeigt. Mal sehen. Ist jedenfalls mal wieder schön einen Film auf deutsch zu sehen! Entspannung fürs Gehirn ;)
Mal sehen, was die nächste Woche so bringt. Hoffentlich nicht wieder soviel Streß bei der Arbeit! Mein Kuhglocken-Projekt sollte jedenfalls bald beendet sein!

Samstag, Mai 20, 2006

Von knackigen Balletttänzern - ajajajajaajj!!

Gestern habe ich das Wochenende ganz würdig eingeleutet:
gegen halb elf bin ich mit Andrea, meiner chilenischen Mitbewohnerin, zur Plaza Italia gelaufen. Dort haben wir Keno und Janine (mal wieder "etwas" später) aufgegabelt und sind ins "Sudafricano" gegangen. Pablo hat uns wieder ein paar leckere Pisco Sour gemixt und die Runde wurde immer größer. Es kamen noch Arbeitkollegen und WG-Mitbewohner von Janine und Javier, der Ex-Praktikant der Stocker Group.
Gegen 1h haben wir uns dann alle auf den Weg ins "Clandestino" gemacht. Die Musik war leider diesmal nicht ganz so gut, aber es war trotzdem sehr witzig und gut. Wir haben viel getanzt, gesungen und Bier getrunken... Die Preise in dem Laden sind aber echt Deutsch: 3 Euro für eine kleine Flasche Bier. Als die Lichter dann gegen 5h morgens angingen, war ich echt entsetzt! Wusste gar nicht, dass es hier in Chile auch eine Art Sperrstunde gibt. Andrea und ich wollten unbedingt mehr Bier kaufen, aber es war nichts zu machen: die Party war beendet! Schade, aber vielleicht auch besser so, denn wir sind dann doch alle recht schwankend nach Hause getrottet.
Das war jedenfalls mal wieder ein gelungener Abend!

Heute habe ich daher nur relaxt. Aber heute Abend war dann noch Kultur angesagt: mit Maxie und Francisco bin ich beim Ballett gewesen! Premiere für mich, denn ich war noch nie beim Ballet oder bei der Oper! Wurde also echt mal Zeit.
Und ich muss sagen: es hat mir sehr, sehr gut gefallen. Es war ein modernes Stück über "Valparaíso". Hach, und die Männer sahen echt knackig aus... zumal sie teilweise nur mit einem engen Slip bekleidet getanzt haben ;)
Wenn die Chilenen ins Ballet gehen, ist es aber nicht wie bei uns in Deutschland: das ist ein Event für jedermann. Kinder, Omas und Opas, Jugendliche- alle gehen dahin und ziehen sich auch nicht besonders schieke an oder so. Ganz leger und normal wie immer.
Von der Inszenierung her war es auch super gemacht mit Farbakzenten in Form von Licht oder einzelnen Gegenständen auf der schwarzen Bühne. Schade, das ich meine Kamera nocht dabei hatte. Das wären super ästetische Fotos geworden!
Begleitet wurde das Stück von einer Frau, die wirklich eine tolle Stimme hatte und einem Klavierspieler und zwei Gitarristen. Ja, das war wirklich sehr schön.
Männer hatten auch ihre Freude an dem Ganzen, denn eine Ballettänzerin hatte eine kurze Nacktszene- und das im prüden, katholischen Chile! Ui!
Also: auf ins Ballet, Freunde! Mal was Neues ausprobieren!

Kulturunterschiede

Montag und Dienstag war ich vom Wochenende noch ziemlich alle. Daher war ich meist froh, wenn ich abends zu Hause relaxen konnte.

Mittwoch hab ich mich direkt nach der Arbeit mit Ise, Maxie, Ise´s Arbeitskollegen und Ise´s Bruder mit Freund getroffen um ins Museum zu gehen. In der Estacion Mapocho, einem alten Bahnhofsgebäude gibt es zur Zeit eine Ausstellung über die größten spanischen Maler: Miro, Goya und Picasso.
Ich bin eigentlich nur mitgegangen, weil die Freundin einer Arbeitskollegin von Ise uns eine Führung geben wollte. Als wir dann aber ankamen hieß es: "Wieso? Die ist schon weg!"
Da war ich echt enttäuscht! Aber das ist typisch chilenische Kultur. Man muss sich schnell damit abfinden, wenn sich die Gegebenheiten oder Pläne ändern. Die Ausstellung war trotzdem ganz gut. Besonders die Reihe "Los Caprichos" von Goya hat mir gut gefallen. Schade war nur, dass die Texte unter den Bildern alle auf Spanisch waren und da so viele Bilder hingen, so dass man gar nicht die Ruhe hatte, sich alles genau durchzulesen und zu verstehen. Das zweite Problem war nämlich auch noch, dass wir die Zeit im Nacken hatten! In einer Stunde schloss das Museum- gute Planung, echt!
Danach sind wir dann nach Bellavista und haben zwei Bars getestet. Der Pisco in der zweiten Bar war eindeutig besser und auch noch günstiger! Wir saßen dann wieder im Buena Vista Social Club und haben einem Gitarrenspieler gelauscht. Gegen 1h war ich aber echt müde und konnte die anderen ein Glück überzeugen auch nach Hause zu gehen. So konnten wir zusammen durch Bellavista zur Plaza Italia gehen und von dort aus ein Taxi nehmen.

Donnerstag Mittag hatte ich mich mit Janine zum Mittagessen im "La Tierra Media" verabredet. Sie wollte Juan mitbringen, den sie durch ihre Forschungen für ihre Masterarbeit kennen gelernt hat. Janine studiert nämlich Sozialgeografie und schreibt ihre Masterarbeit über die Immigration der peruanischen Kleinunternehmer nach Chile. Zur Zeit führt sie daher Fragebogenbefragungen mit vielen Peruanern durch.
Juan ist auch Peruaner, etwa 50 Jahre alt, schätze ich und arbeitet für die Stadtverwaltung (ich schätze er ist ein Straßenfeger?). Er verdient fast nichts und will immer sein letztes Hemd hergeben. Das ist echt schrecklich. Er wohnt im Randbezirk von Santiago in so einer Wellblechhütte. Janine war schon einmal mit bei ihm zu Hause und sie sagt, dass es echt heftig ist, wenn man das erste Mal so etwas sieht. Wenn ich dann an den naheneden Winter denke - oh je...
Janine hat sich jedenfalls schon oft mit ihm getroffen und er hat sie mit zum Mapuche-Fest genommen (wo sie einen Trunk aus Freundlichkeit trinken musste, der ihr einen Tag später verhalf mit einer Magenschleimhautentzündung ins Krankenhaus zu kommen...). Das Problem ist nur: er will ihr dauernd Geschenke machen. Mir hat er beispielsweise ein Rubbellos gegeben und meinte: "Du brauchst auch ein bißchen Glück!" Das Los hat 1000 Pesos gekosten- umgerechnet 1,50 Euro. Das ist für ihn wahnsinnig viel Geld. Wir können uns das kaum vorstellen.
Ich mochte es erst gar nicht annehmen. Erstmal, weil es teuer ist und dann weil ich nie und nimmer das Geld hätte haben wollen, wenn das Los einen Gewinn hätte- und Juan hätte den Gewinn garantiert nicht angenommen... schwierige Angelegenheit.
Nun hat er Janine gefragt, ob ich ihm nicht ein wenig Deutschunterricht geben könnte. Er war früher vor dem Mauerfall nämlich eine Weile in Berlin und möchte nächstes Jahr nochmal nach Deutschland reisen. Wie er das mit den Kosten macht, da hab ich echt keine Ahnung. Naja, hab ihn auch echt nur kurz gesehen. Aber morgen hat er uns eingeladen zu einem peruanischen Restaurant mitzukommen. Da findet wohl jeden Sonntag so eine Art Fiesta statt.

Jedenfalls war die Woche voller typischer Kulturunterschiede:
Juan hat sich mit Janine um 13h zum Mittagessen verabredt- er kam aber um 13.45h. Ich hatte mittlerweile schon mein Menu fast aufgegessen, weil ich ja nur eine Stunde Mittagspause habe.

Dann die Sache mit dem Museum. Ise´s Kommentar: "Ich bin ja schon einmal froh, dass die Planung schonmal soweit ging, dass wir einen Tag festgelegt haben und wir wirklich alle zu etwa derselben Zeit vor dem Museum standen- das innen dann noch etwas anders laufen könnte als geplant, daran hab ich echt gar nicht gedacht!!"

Donnerstag, Mai 18, 2006

100 Tage am anderen Ende der Welt !

So, nun bin ich schon 100 Tage hier... hier gibt es ein paar Eindrücke:
langer Flug - erster Eindruck: Oh nein- wo bin ich hier gelandet? Alles chaotisch! - Santiago - riesig - laut - dreckig - hektisch - interessant - Barrios - Smog - nette Plätze - Plaza Nuñoa - Bellavista - Centro Cultural de Matucana - Theater - Pelucería Francesa - Kino Quinta Normal - Plaza de Armas - Cerro Santa Lucia - Cerro San Cristobal
- Die Virgen - Eiscafé Emporio de la Rosa - La Vega - Mercado Central - Metro - ungewöhnlich sauber - Service - Micros - rasant gefährlich -
Taxis - Verarschung - Sprachschule - Mittagstisch - witzige Leute - Janine - Hans - Ane - France - Kelly & Nicole - Nicole - Vanessa - Hellen - Reeka - Mikasu - Luis - Fernando - Cathi - Carla - Vanessa - Lidia & Pedro - Firulai - Frühstück - Joghurt - Melone - Toast - Marmelade - Kaffee - Fernseher - Ventilator - schnuckeliges Zimmer - Guarana-Shampoo - Nudeln mit Tomatensoße - 35 Grad - Fenster auf - nachts toller Blick - Sonnenuntergang - erstes "Erdbeben" - Hochhaus hat geschwankt - Spaß - Spanisch - Ausflüge - warm - Avenida Condell - Alana - Andrea - drei Scheiß-Katzen - Katzenhaare - Microwelle - Popcorn - Ruhe - Ist sie schlafkrank oder depressiv? - Sie ist fernsehsüchtig! - Bridget Jones - Cómo te fue? - Praktikum - Arbeitsalltag - viel zu tun - Stress im Büro - keiner redet - zuviel Arbeit für zu wenig Menschen - 8h vorm PC - Javier - Astrid - Pablo - Baptiste - Kuhglocken - Design - Tomy - GMail-Chat - Kommunikations-Probleme - Wasserbottich - Club Té - internationales Projekt-Management - ersten Telefonate: Hilfe!! - Pommes auf Silbertablett - Der König - "Es ist Freitag? Warum seid ihr noch hier?!" - Bitte ausdrucken... - "Wir brauchen eine andere Kuh." - Sushi - Pause auf Dachterasse - mitgebrachtes Essen :( - zu kurze Pausen der anderen beiden Praktikanten - gehen nicht aus Büro raus -ätzend - "Estimados pasajeros: Estación Baquedano- lugar de combinación con linea uno." - Publimetro - La Hora - volle Metro - Gequetsche - große Riesin im Zwergenland - Machismo - nervig - starrendes Geglotze - Gepfeife - "Hola: me llamo Juan!" - "Aiijjj! Cien puntos!" - "Linda, hermosa, rica!" - Hilfsbereitschaft - bevorzugtes Behandeln der Frauen - Ausstieg aus Lift - Handreichen beim Busausstieg - Ausflüge - Pucón - Vulkan - Horror! - Ängsteüberwindungen jeglicher Art - Höhenangst - Reitangst - schönes Hostel - Mendoza - billig - gemütliche Stadt - sauber - Oldtimer - Pomaire - Töpferdorf - Lidia und Makisu - Pastel de choclo - Isla Negra - Pablo Neruda - Fan - Sammler - tolle Häuser - Strand - Felsen - Valparaíso - zweimal - bunte Häuser - mit Flair - tolle Cafes, Bars - Hafenrundfahrt bei Nacht - alte Aufzüge - Viña de Mar - nicht mein Geschmack- zu Touri-mässig - Nationalparks - wandern ist und bleibt eigentlich nicht mein Ding - aber immer schön - Natur pur - Palmenoase - Kokosnüsse - Fluss mit riesigen, glatten Steinen - Wasserfall - Picknick - Thermen - herrliche Entspannung - toller Ausblick - Natur pur - Spanisch - am Anfang Null - jetzt ok - schwer zu verstehen - rasend schnell - verschlucken der Silben - "ma o meno" - Cachai? - Stimmungsschwankungen - mal: Nur noch 3,5 Monate; mal: Scheisse, noch 3,5 Monate! - während der Woche meist zweite Version... - Kulturschock? - Unzuverlässigkeit - Unpünktlichkeit - ohne Plan - Dann eben nicht... - Man darf keine Erwartungen haben. - Kekssucht - Yoga - Meditation - mehr Relaxen! - bin zu hektisch - schnell mal dies und das machen - langsame Leute regen mich auf - arbeite lieber im Team, aber dann als Teamleader ;) - Soft Skills sind bei einigen nicht vorhanden... - Essen - Pollo mit X, Pollo mit Y - Arroz o Puré - eintönig - Completo iih - alles mit Mayo iih - Schokolade schmeckt nicht - alles super-süß - manjar - leckeres Obst und Gemüse - billig - Tomaten mit Geschmack - Melonen - Lucúma - Chirimoya - manchmal zuviel vor - Wo bleibt das Relaxen? - Halzkratzen vom Smog - angenehme Temperaturen im Mai - ungewöhnlich - hat erst zweimal geregnet seitdem ich hier bin - Winter wird nicht so schön werden - kalt (keine Heizung in der Wohnung) und regnerisch - Deutsch ist sexy - Ich habe jetzt ein ganz anderes Bild von den Deutschen. - Ich hatte vorher keine genaue Vorstellung von den Chilenen. - Da ich nicht wusste, was mich erwartet, hatte ich auch keine Vorfreude. - Gibt hier ja nicht so etwas Typisches wie den Eifelturm oder so. - Anfänglicher Schock ist schnell verschwunden. - Habe viele hilfsbereite, nette Menschen kennen gelernt. - Mal sehen, was in den nächsten 100 Tagen so passiert...

Sonntag, Mai 14, 2006

Ein geniales Wochenende

Am Samstag haben mich Rodrigo, Maxie und Linda gegen 15h mit dem Jeep abgeholt und wir haben uns auf den Weg nach Valparaíso gemacht. Da war ich zwar schon mal, aber da Janine doch keine Zeit hatte ans Meer zu fahren, hab ich mich dann den Dreien angeschlossen.
Außerdem war das ne gute Chance dem Smog zu entfliehen! Der war in den letzten Tagen echt unerträglich. Am Freitag auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit hatte ich richtige starkes Halskratzen. Ich mochte gar nicht einatmen- Ihhgiitt!

In Valparaíso hatten wir ein super Wochenende!
Nachdem wir unsere Sachen ins Hostel gebracht hatten, sind wir ein wenig durch die schöne Altstadt geschlendert. Im "Cafe Color" haben wir dann erstmal eine leckere, heisse Schokolade zum Aufwärmen getrunken. Da gab es Kakao mit verschiedenen Geschmackssorten z.B. mit Orange oder Zimt- echt köstlich!
Dann ging es runter an den Hafen. Dort haben wir eine Hafenrundfahrt gemacht. Da es schon stockdunkel war, war es umso schöner! Die ganze Stadt war erleuchtet und die Lichter spiegelten sich im Wasser. Da Valparaíso an einem Berg liegt, war der Blick von der Bucht echt traumhaft! Danach haben wir uns dann Pizza und Pasta gegönnt und sind anschliessend in eine sehr coole Bar gegangen. Von aussen konnte man mal wieder nicht erkennen, dass sich innen eine Bar befindet. Das ist hier echt so: die guten Sachen sind versteckt. Da muss man schon einen Insider mithaben, der sich auskennt! Ein Hoch auf Rodrigo... auch wenn er immer nicht weiß, wo er sich gerade befindet. Gut Ding will Weile haben...


In der Bar haben wir es echt lang ausgehalten. Nach etlichen Pisco Sour juckte es dann sozusagen noch in unseren Beinen und wir sind an den Hafen in eine Disco. Das hat echt Spaß gemacht! Rodrigo mussten wir förmlich nach Hause zerren, der wollte unbedingt immer weiter.

Am nächsten Morgen war er der Einzige, dem es nicht so gut ging... Oh je! Kopfschmerzen ahoi. In einem netten Café haben wir uns dann das Frühstück "energética" mit Rührei und Schinken bestellt. Das war auch nötig... Anschliessend ging es dann nach Renaca an den Strand. Da haben wir den Surfern ein wenig zugeguckt und gechillt.
Der Wettergott war nicht so mit uns. Die Sonne liess sich nicht einmal blicken, aber immerhin hat es nicht geregnet!


Als ich dann heute nach Hause kam, war ich doch etwas erstaunt! Alana hatte Besuch - männlichen Besuch und war am Grinsen... Sie ist jetzt mit einem Chilenen zusammen und voll Happy! Ein Glück! Da bin ich echt froh. Keine einsame Bridget Jones mehr. Jetzt wird sie wohl nicht so schnell das Land verlassen wollen... Love changes everything! Da bin ich ja mal gespannt...

Kultur, Carrete und ein perfektes Café

Donnerstag Abend haben wir (Maxie, Francisco, Ise, Alex- ein Freund von Ise- und ich) uns am Centro Cultural de Matucana verabredet, weil
wir uns das Stück "Gulliver" ansehen wollten. Angelehnt an das Buch "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift wird dort ein Theaterstück aufgeführt, dass mit einer Kombination aus Puppen und Menschen dargestellt wird. Leider hatten wir keine Karten mehr bekommen, obwohl Francisco sich schon um 17h für abends 20h angestellt hatte. War aber nicht so schlimm, denn wir sind dann in die "Pelucería Francesa" gegangen.
Das ganze Viertel um die Estación Quinta Normal ist super schön. Dort gibt es noch viele alte Gebäude. Die Gegend um die Pelucería hat mir besonders gut gefallen- das hatte irgendwie lateinamerikanisches Flair. So stelle ich mir Buenos Aires vor!
Unten im Gebäude ist ein Friseur, mit so richtig alten Friseurstühlen usw. Man kommt sich wie im anderen Jahrhundert vor, wenn man da reinguckt. Oben gab es dann eine Mischung aus Restaurant und Bar. Die ganze Einrichtung war total cool: alte Möbel aus verschiedenen Epochen, Bilder, Gegenstände, Lampen, Fotos, Zeitschriften- alles war vom Floh- oder Antikmarkt. Echt gemütlich und es gab soviel zum Gucken... In der Bar, die sich über mehrere Räume erstreckte, kam man sich so vor, als wenn man zu Hause bei jemandem zu Besuch ist. Ein echt cooler Ort, an dem auch noch stylische, französische Musik gespielt wird. Mehr davon, bitte!

Am Freitag ging es aber dann doch zu "Gulliver", da wir uns am Donnerstag im voraus Karten gekauft hatten. Und es hat sich wirklich gelohnt! Ich bin eigentlich nicht so für Marionetten bzw. Puppentheater, aber das war echt spitze gemacht! Die Puppen sahen sowas von echt aus. Zwei Leute haben je eine Puppe gespielt. Die konnten sogar den Mund bewegen. Ein niedliches Theaterstück war das! Und mit so tollen Lichteffekten. Man war wie verzaubert, als das Licht nach jeder Szene wieder anging und wieder ein anderes Bühnenbild zum Vorschein kam.

Nach dem Theater bin ich dann mit zu Maxie, weil ich mich mit Tobias und Keno (auch Inwentler) verabredet hatte. Da beide noch nicht zur verabredeten Zeit da waren, konnte ich mich bei ihr ein wenig aufwärmen. Linda und Rodrigo waren auch zu Hause. Linda, die neue Mitbewohnerin, war ganz kaputt von der ersten Arbeitswoche im Krankenhaus. Sie studiert Medizin und macht jetzt hier ein Praktikum. Sie hat echt heftige Arbeitszeiten: von um 7h morgens bis 20 oder 21h abends. Da darf ich mich echt gar nicht beschweren.
Beide Mädels wollten nur noch ins Bett, aber Rodrigo ist ja immer für nen Drink zu haben, also ist er nachher mitgekommen.

Mit den drei Männern war ich dann erst in einer Bar und späeter sind wir dann wieder ins "Clandestino" gegangen (dem Club mit der Liveband und der 80er/Britpop-Musik). War wieder sehr gut. Schön tanzen... Keno sagte mir, dass er froh sei mal rauszukommen. Tobi hat nämlich irgendwie nicht so Bock wegzugehen... Die beide hängen anscheinend immer nur zu zweit nach der Arbeit und am Wochenende rum.
Ach, ist ja kein Problem: mir macht es ja Spaß Leute zu "verkontaktieren" und zu integrieren. Je mehr- desto besser...

Mittwoch, Mai 10, 2006

Ise's Geburtstag und Ausklang der Woche

Abends hab ich mich dann auf den Weg zu Ise gemacht. Bei ihr stieg eine grosse Geburtstagsparty, weil sie zusammen mit ihrem Mitbewohner Nacho in den Geburtstag feiern wollte.
Als ich gegen 21h bei ihr ankam, empfing sie mich mit den Worten: "Ich hatte eben schon Geburtstag und wurde genötigt meine Geschenke auszupacken, obwohl es noch nicht mal zwölf ist!" Der Grund: die Freunde von Nacho waren schon gegen 16h gekommen und haben seitdem gegrillt und gegessen und da Ise mit Maxie zusammen einen leckeren Kuchen gebacken hat und alle den probieren wollten, wurde die Uhr einfach ein wenig vorgedreht. "Die meisten sind auch schon wieder weg- aber die kommen gegen 23h wieder- das ist hier anscheinend so!"
Die Party war sehr witzig- unten im Haus von Nacho gibt es einen Disko-Keller mit Licht und Soundanlage... Das Ganze ging dann bis 6h morgens.

Am Sonntag war dann nicht soviel mit mir los. Janine war noch da und wir haben was gekocht und anschliessend wollten wir ins Kino der Estacion Quinta Normal und den Film "La Dolce Vita" von Fellini sehen, aber leider war die Audio-Anlage mal wieder kaputt. Wir sind dann noch ins normale Kino gegangen, aber da lief nichts, was uns interessierte. Daher sind wir wieder zu mir und haben es uns mit nem Bierchen und Popcorn vor dem Fernseher gemütlich gemacht.

Überraschend fand ich letze Woche die Aussage von Alana: "Ich habe mich entschieden in ein anderes Land zu ziehen! Nach Spanien oder Argentinien." (Sie beschwert sich nämlich am laufenden Band über alle Dinge hier: die Leute ziehen sich scheisse an, benehmen sich nicht gut, stehen immer im Weg- alles nervt sie!) Wäre gut, wenn sie das dann auch wirklich in den Angriff nimmt. Manchmal tut sie mir nämlich ein wenig leid: eigentlich hat sie nur ihre drei Katzen. Gestern Abend lief Bridget Jones im Fernsehen und sie konnte alles mitsprechen!! Erschreckend! Und man konnte echt einige Parallelen zu ihr ziehen...

Gestern hab ich mit Andrea Pizza gebacken! Mit eigenem Teig! Juhu! War ganz stolz, dass das so gut geklappt hat, denn ich bekomme immer 'ne Krise, wenn der Teig an den Händen kleben bleibt und ich ihn nicht wieder abbekomme.... Der Mozzarella ist hier wirklich super. Das muss ich nochmal sagen und dann reicht es erstmal für heute.

Fiese Yoga-Lehrer

Am Donnerstag war ich zum Yoga. Da mussten wir eine ziemlich krasse Übung machen: eine Art Liegestütze in Kombination mit der Kobra... Autsch, sage ich nur!! Die Auswirkungen werde ich Euch gleich erzählen.

Erstmal zum Freitag: abends haben wir uns bei Rodrigo und Maxie in der Wohnung getroffen, um auf eine ultimative Party von einer Freundin von Rodrigo zu gehen. Als es gerade so gemütlich war mit Pisco Sour mussten wir los- was für ein Stress! Und das von dem maximalentspannten, ewig highem Rodrigo! Wir sind dann zur Party und kaum waren wir im Haus, ist Rodrigo auch schon wieder umgedreht: "Ach, das ist hier nichts-scheisse! Ich kenne eine Bar, die ist sehr gut!" WIr sind dann in eine kleine Disko-Bar gegangen, die man nur findet, wenn man Einheimischer ist. Sie hat keine Türschild und von aussen sieht es wie ein ganz normales Wohnhaus aus. Aber innen: sehr stylisch. Es gab sogar einen Liveauftritt einer Band. (Stil: Franz Ferdinand- sehr gut!) Von der Musik her war es auch ganz ok: 80er mit Rock. Mein Mitpraktikant Baptiste war auch mit. Gegen 4h lag ich dann im Bett.

Am Samstag bin ich mit tierischen Schmerzen aufgewacht! Haha! Nein - nicht vom Alkohol, sondern in meinen Oberarmen! Sowas hab ich auch noch nicht erlebt! Ich konnte mich nicht mal umdrehen! Am Abend waren die angeschwollen undich war nicht in der Lage mir einen Pferdeschwanz oder so zu machen... Jetzt geht es wieder, aber die Übung ist er der Hammer. Ich habe Veronika, der General Managerin der Stocker Group, davon erzählt- und was soll ich Euch sagen: sie hatte das gleiche Problem letzte Woche! Bei ihr ist die Schwellung allerdings bis in die Hände gegangen. Da hab ich nochmal Glück gehabt. Und sie ist bei einer anderen Yoga-Schule. Wirklich fies drauf diese Yoga-Lehrer...

Dienstag, Mai 02, 2006

Deutsch klingt sehr sexy!


Am Montag hab ich erstmal bis halb zwei gepennt, um den fehlenden Schlaf vom Wochenende nachzuholen. Danach waren Alana, Andrea und ich in die Mall gefahren. Ich musste unbedingt was zu Essen kaufen- im Kühlschrank war Flaute. In die Stadt konnten wir auch nicht, weil es da total Randale mit Wasserwerfern und Tränengas wegen dem 1.Mai gab.
Gegen 20h ist Janine vorbeigekommen und zusammen mit Alana haben wir uns auf dem Weg zu Plaza Nunoa gemacht. Dort hab ich mich mit Pablo verabredet. Sein Freund Mauricio war auch mit dabei. Den kannte ich noch nicht vorher, aber er war auch sehr sympathisch. Zu Janine und mir meinte er immer. "Ich habe jetzt ein ganz anderes Bild von den Deutschen: ich dachte immer, alle wären griesgrämig und verbissen. Ihr seid so fröhlich!" Und dann zu späterer Stunde und einigen Bieren ging es immer weiter: "Ihr habt ja so schöne Augen und euer Akzent ist wirklich sehr sexy!" Da haben wir uns angeguckt und mussten echt losprusten! Deutsch= sexy? Das geht ja gar nicht! Wir mit unseren "ch" und abgehakten Wörtern- das ist alles andere- aber nicht melodiös! Aber diese Don-Juans versuchen es eben mit allen Mitteln eine Gringa aufzureissen. War aber sehr lustig! Im Hintergrund lief die ganze Zeit "Rammstein"...
Heute ist der erste Bekannte von mir abgereist: der Justin! In vier Wochen tritt Janine die Heimreise an- so ein Mist! Aber bis dahin werden wir bestimmt noch viele coole Sachen unternehmen! Samstag gibt es 'ne dicke Party im Haus von Ise, weil sie Geburtstag hat und am Freitag gehen wir wohl auf 'ne Elektro-Party mit international bekannten DJs in der Estacion Mapocho (einem alten, urigen Gebäude).
Morgen nach der Arbeit sind wir bei Javier zum Abendessen eingeladen: er kocht zum Abschied für uns. Er hatte ja am Freitag seinen letzten Tag bei der Stocker Group. Echt schade- denn mit ihm hab ich mich besonders gut verstanden.

Mendoza - Der Sonntag


Am Sonntag sind wir mit dem Bus nach Potrerillos gefahren. Das liegt etwa 65 km von Mendoza und dort gibt es einen schönen See und einen kleinen Wald. Mit diesem schönen, gelben Herbstblättern und dem blauen Himmel sah das echt traumhaft aus! (Wer noch kein Passwort für meine Fotos hat, kann mich gerne anmailen - ihr verpasst wirklich viel!) Dort sind wir ein wenig gewandert und haben wieder ein lecker Schmaus auf einem kleinen Hügel gegessen. Dabei konnte man Adventure-Sportler beobachten: beim Rafting und beim Canopeing (hoch in der Luft an einem Seil über den See rasen). Das ist auf keinen Fall was für mich: schrecklich!
Nach diesem schönen Tag in der Natur sind wir dann abends zum krönenden Abschluß des kleinen Mini-Urlaubs ein argentinisches Steak essen gegangen.
Die Preise in Argentinien sind echt der Hammer! Das ist da sowas von billig! Wir haben für ein Menu mit Steak, Ei, Salat, Wein und Eis als Nachspeise etwa 3 Euro bezahlt! Das kann man gar nicht glauben. Dagegen ist Chile sowas von teuer! Für meine neuen Schuhe (innen und aussen Leder) habe ich nur 45 Euro bezahlt. In Deutschland hätte ich dafür mindestens 110 Euro hinlegen müssen bei der Qualität!
Auf der Rückfahrt hatten wir einen ganz normalen Reisebus. Ise und Maxie haben sich am Sonntag extra nochmal die leckere Wurst und Honig gekauft. Obst und Käse hatten wir noch vom Picknick übrig... Tja, vielleicht könnt ihr es Euch schon denken: es ist ja verboten Lebensmittel mit nach Chile einzuführen. Im Bus wurden Zettel verteilt, die man ausfüllen muss. Ise wollte unbedingt ihre Sachen behalten, die sie gekauft hat. Mit der Wurst wusste sie ja, dass es Probleme geben könnte, aber das auch kein Honig eingeführt werden darf, hat sie dann doch sehr geärgert! "Ach, ich kreuz einfach an, dass ich nichts habe- sonst nehmen die mir das noch weg! Ihr kennt mich nicht und sprecht kein Spanisch mit mir. Ich verstehe einfach nichts!" Oh je... Ich hatte echt meine Bedenken! Es stand nämlich auf dem Zettel: wer lügt, dem droht Knast! Ise: "Die können mich ja wohl nicht wegen einer Wurst in den Knast stecken!" Maxie hatte ihre Wurst in ihrem Waschbeutel vesteckt. ("Also da wird ja wohl keiner nach einer Wurst suchen.")
An der Grenze angekommen mussten wir die ausgefüllten Zettel abgeben, aus dem Bus aussteigen und uns wie Schwerverbrecher in einer Reihe aufstellen. Dann kamen Hunde und es gab eine Maschine, wie auf dem Flughafen zum Durchleuchten des Gepäcks! Ise wurde total panisch: "Was mach ich denn jetzt!!??" Sie ist dann zu dem Typen, der das Gepäck ausgepackt hat und meinte (sich ganz blöd stellend): "Scusi, I have an apple in my bag. Can I take it out of it?" Der Typ nickte nur, aber als sie merkte, dass er die Taschen ein- statt auspackte, war alles in Ordnung. Dann wurde das Handgepäck durchleuchtet und wir konnten wieder in den Bus steigen. Puh! Das ging nochmal gut. Also anscheinend kontrollieren die gar nicht richtig! Ist wohl nur ne Psycho-Sache. Die bauen einfach darauf, dass man so Panik bekommt und die Sachen freiwillig abgibt.
Die Fahrt auf den Serpentinen war nicht so angenehm. Der große Bus schaukelte ziemlich.
Gegen 3.30h morgens sind wir dann am Montag angekommen und ich bin müde ins Bett gefallen. Mendoza ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Mendoza - Der Samstag


Ah, das war schon schwer aufzustehen, zumal ich echt wenig geschlafen hatte. Von sechs Leuten schnarcht erfahrungsgemäß immer einer... Da wir in einem gemischten Zimmer waren, mussten wir uns auch noch einen Typen in einem engen Slip ansehen, der mit langen, nassen Haaren aus der Dusche ins Zimmer kam. UUaaaää!
Am Samstag hatten wir uns vorgenommen shoppen zu gehen.
Zuerst haben wir aber eine Stadtrundfahrt in einem Bus gemacht. Aber nicht so eine typische Tour mit einem Menschen am Mikrophon! Nein. Die haben sich mal richtig was einfallen lassen: während der Busfahrt haben zwei Schauspieler ein Theaterstück aufgeführt und haben so die Geschichte der Stadt erzählt. Das war echt gut gemacht! Ise ist dabei sogar zur neuen Königin gewählt worden. Haha!
Beim Shoppen war ich nicht sehr erfolgreich. Habe mir nur ein paar Lederschuhe und eine Mütze gekauft. Das wars. Aber das ist ja meistens so, wenn man so große Erwartungen hat.
Wir waren dann noch im Mercado Central und haben uns Oliven, Wurst, Brot und Käse für ein Picknick im Park gekauft. Das war ein Schlemmer-Mahl! Danach waren wir so rund und satt, das wir erstmal 'ne Runde in der angenehm warmen Sonne gepennt haben! Dann haben wir noch ein Käffchen getrunken und waren erst sehr spät wieder im Hostel.
Die Nacht hab ich auch nicht sonderlich gut geschlafen: zwei zierliche Japanerinnen haben den Regenwald abgeholzt!

Mendoza - Der Freitag


Freitag Mittag ging es dann endlich los. Gegen 12h haben wir uns am ZOB getroffen. Ise trudelte etwa 10 Min. vor Abfahrt ein, weil sie noch unbedingt ihre Arbeit beim Praktikum beenden wollte... Ich war positiv vom Minibus überrascht, denn es war ein Sprinter und kein Schrottbus mit halbhohen Sitzen! Der Fahrer fuhr auch ganz passabel. Alles kein Problem! Da hat Justin mal wieder umsonst Streß gemacht. Zitat: "Was?! Mit einem Minibus? Die stürzen immer ab!"
Jedenfalls hatten wir viel zuviel zum Essen mitgebracht und auf einmal war die Grenze schon in Sicht. Da man kein frisches Obst, Fleisch und noch so andere Sachen mit über die Grenze nehmen darf, haben wir die ganze Fahrt über eigentlich nur versucht unser Proviant aufzuessen... War etwas viel. Wir hätten uns aber gar nicht so anstrengen müssen, denn die Taschen wurden nur einmal aufgemacht, ein kurzer Blick wurde reingeworfen und das wars!
Nach ca. 6h kamen wir dann in Mendoza an. Der erste Eindruck: "Man ist das warm hier!" (Wir mussten uns erstmal aus unseren Pullovern schälen.) und "Der Smog ist ja schrecklich!".
Auf dem Weg zum gebuchten Hostel sind wir gegen Abend über die Einkaufsstrasse und die belebte Plaza Independencia gelaufen. Die Stadt war mir echt sympathisch. Viele Bäume, sauber, hatte echt Urlaubsflair- die warme Luft hat das noch verstärkt.
Im Hostel angekommen, waren wir allerdings erst enttäuscht. Statt dem versprochenen 3-Bett-Zimmer mit eigenem Bad gab es nur ein 6-Bett-Zimmer mit einem Bad für 12 Leute! Sehr schön! Tja, anscheinend ist das ein Fehler des Internetportals gewesen. Wir sind dann aber doch dageblieben und haben uns gleich aufgemacht die Stadt zu erkunden. Wir haben Pasta bei einem Italiener gegessen und dazu kühles Bier getrunken. Lecker! Danach sind wir dann noch in eine Cocktail-Kneipe gegangen und gegen 2.30h lagen wir im Bett.