Freitag, April 28, 2006

Erlebnisse aus der letzten Woche

Diese Woche hatte ich wieder ziemlich viel vor: Dienstag war ich nach der Arbeit zum Yoga, was ziemlich anstrengend diesmal war. danach hab ich mich mit Maxie getroffen und wir sind zu Ise gelaufen. Sie hatte ihren Tandem-Partner (den Philosophen) zum Essen eingeladen. Es gab Kohlrouladen mit Kartoffeln -lecker! Ihr Tandem-Partner ist echt sehr ulkig. Der redet Deutsch, als wenn er aus einem anderem Jahrhundert stammt. Das kommt wohl daher, da er sehr viele alte deutsche Bücher liest. Ein bisschen weltfremd ist er meiner Meinung nach auch, wenn er gerne die Monarchie wiederhätte... Naja, aber war ganz ulkig.

Mittwoch nach der Arbeit habe ich mich mit Hellen (Anfang 30, Schwedin, Bekannte aus der Sprachschule) getroffen. Ich hatte seit der Sprachschule nichts mehr von ihr gehört. Auf eine Mail im März hatte sie nicht geantwortet, daher fand ich es echt nett, dass sie sich jetzt gemeldet hatte. Sie hat ihrem Freund (Chilene) in Israel kennen gelernt. Nun wird sie warscheinlich ein paar Jahre hier wohnen. Bei unserem Treffen hat sie mir erzählt, wie schwer es ist mit der Familie warm zu werden. Ihr Freund ist der "kleine, 33 Jahre alte, chico der Mama und beide telefonieren etwa 3 mal am Tag miteinander! Geht gar nicht!!! Ausserdem ist es wohl nicht möglich sich mit den Brüdern und ihrem Freund mal allein zu treffen! Die Eltern sind immer mit dabei- es werden nur komplette Familien-Events daraus gemacht! Das würde mich auch annerven. Ja, das ist nicht so leicht einen Freund aus einem anderen Kulturkreis zu haben...

Jedenfalls haben wir uns an der Plaza Italia getroffen und sind dann zu Reeka (Künstlerin, auch von der Sprachschule) gegangen. Dort habe ich dann noch Claudia kennen gelernt. Sie ist Deutsche und macht hier auch ein Praktikum. Bei der Friedrich-Ebert-Stiftung, weil sie Politik studiert hat. Das Gute ist: sie wohnt gleich nebenan! Nur etwa 4 Häuser weiter.
Ihr Fruend, auch Deutscher (beide sind aus Berlin), ist Psychologe und arbeitet hier in einem Krankenhaus und betreut Waisenkinder. Wir vier sind dann zu einer Pizzeria gegangen und haben viel gelacht und geschnackt. Besonders Reeka (wohl auch Anfang 30, aus Ungarn) hatte viele lustige Geschichten zu erzählen. Sie sthet sehr gerne im Mittelpunkt und reisst oft das Wort an sich. Ich glaub ihr auch nicht alle Geschichten- aber es ist sehr unterhaltsam. Zum Beispiel hat sie erzählt , dass sie im Hausflur ihren Fitness-Trainer getroffen hat und sie sich dann gegenseitig ihre Wohnungen gezeigt haben. Er wollte dann mehr und meinte: "Lass uns ins Schlafzimmer gehen - I want to give you some energy!" (Und wackelte dabei im Takt mit dem Unterleib!!) Haha!! Echt sehr lustig! Sie meinte dann wohl: "Ich hab genug Energie! Raus!"

Reeka wird auf jeden Fall nicht zu meinen "besseren" Bekannten gehören. Als ich mich nämlich mit ihr mal allein unterhalten habe und sie mich gefragt hat, was ich denn so mache, war ich ja gleich abgehakt, obwohl sie mich noch gar nicht genauer kannte. "Im Büro? Das ist ja voll schrecklich!" Sie ist ja Künstlerin und kann sich nicht mit solchen kommerziellen Menschen abgegeben... Jaja! Eine sehr anstrengende Person.

Dafür fand ich Claudia umso sympathischer. Auf dem Rückweg waren wir dann noch schnell bei der Videothek vorbei und sie hat sich Sex and the City ausgeliehen... Mit dieser Serie ist es schon erstaunlich: sogar hier in Chile lieben die meisten Frauen die Stories aus Manhattan...

Alle drei Mädels wollten gerne einmal die Woche Spanisch-Unterricht bekommen. Da Reeka noch immer die Sprachschule besucht, wollte sie mal eine Lehrerin von dort fragen, ob sie auch Privatstunden gibt. Jedenfalls hab ich mich an die Lerngruppe angeschlossen, wenn es denn klappt. Und mit vier Leuten wird es ja auch warscheinlich günstiger. Aber eigentlich darf sie nicht ausserhalb der Sprachschule unterrichten... Naja, mal sehen.
Eigentlich ist mein Spanisch schon sehr gut, aber ein wenig Grammatik kann nicht schaden. Nach Feierabend hab ich nämlich echt nicht die Energie mich zu Hause hinzusetzen und zu lernen- in einer Gruppe zu einem festen Termin ist das ja anders.

Auf nach Argentinen!

Hallo! Wollte mich nur kurz eben mal abmelden. Heute Mittag gehts auf nach Mendoza (Argentinien)! Juhu! Da bin ich mal gespannt, wie das so wird. Alleine die Fahrt scheint schon ein Abenteuer zu werden...
Ise und Maxie haben nämlich für uns Bustickets für einen Minibus gekauft, weil der am Günstigsten war... Die Fahrt dauert etwa 7,5h. Oh je... Ich hab echt Befürchtungen, dass wir danach total durchgerüttelt sind! Wir müssen nämlich die Anden überqueren. Der Pass liegt auf etwa 6000m Höhe. Ich hoffe, dass der Busfahrer nicht wie ein Henker fährt und dass die Strasse breit genug ist, so dass auch zwei Autos nebeneinander fahren können. Da kommen einem bestimmt viele LKWs entgegen...
In Mendoza wollen wir shoppen gehen, weil da alles so günstig ist. Besonders Ledersachen: also Schuhe, Gürtel, Tasche, Lederhandschuhe... Mal sehen, was ich da so ergattern kann.
Und am Sonntag wollen wir mal die nähere Umgebung erkunden.
Das Hostel ist schon gebucht. Den Tipp hab ich vn einer Freundin von Wiebke bekommen, die im Moment in Salta (Argentinien) studiert.
Also: bis bald! Feiert schön in den 1.Mai!

Mittwoch, April 26, 2006

Kommunikations-Probleme

Oh, man! Das ist alles manchmal nicht so einfach. Mit Pablo, meinem Mitpraktikanten, hab ich echt Kommunikationsprobleme. Das liegt zum einen daran, dass er einen krassen französischen Akzent hat, wenn er Spanisch spricht und dann daran, dass er ein Mann ist. Ich musste echt darüber nachdenken, woran es liegt, dass wir uns nicht verstehen. Aber das ist die Lösung: denn wenn ich ihm meine Probleme erzähle (die manchmal vielleicht auch keine sind) und mich einfach nur auskotzen möchte, dann präsentiert er mir immer praktische Lösungen, anstatt zu sagen: "Das ist ja echt scheisse. Kann ich voll verstehen. Würde mich auch aufregen." Und auf diese Lösungen kann ich echt verzichten! Ich weiss selbst, dass ich meiner Mitbewohnerin Alana sagen muss, dass sie nachts bitte leiser sein soll, damit ich schlafen kann. Ich will mich doch nur aufregen und Dampf ablassen!!!
Ich weiss auch nicht: irgendwie denken einige Männer sie müssten immer Lösunegn parat haben. So ist das aber nicht! Allen männlichen Wesen da draussen: Lasst Euch das gesagt sein.... Hört einfach nur zu und sagt genau das Gleiche wie die Frau, die Euch zutextet! ;)

Kommunikationsprobleme hab ich auch des Öfteren beim Chatten- aber das ist wohl normal. Wenn der eine unbedingt seine Lebensgeschichte runtertippt und gar nicht auf die Reaktion des Chat-Partners achtet. Oh je...
Oder wenn zwei Leute miteinander auf Englisch chatten und es niciht die Muttersprache der beiden ist. So wie ich gestern mit dem Designer in Kuba:

2:30 PM tomy.bolanos: hello
astrid.soennichsen: Hello. How are you?
2:31 PM tomy.bolanos: just to anwser you your email
2:32 PM I am glad for the design
I will mount it tonignt to put the site tomorrow
astrid.soennichsen: I can understand that... ;)
2:33 PM To put the site tomorrow? I dont understand what you mean with this...
2:35 PM Are you there?

11 minutes
2:46 PM astrid.soennichsen: hello?

Ich war echt ein bisschen verärgert. Der Typ antwortet nie auf meine Fragen, die ich ihm in E-Mails stelle und als Projektleiterin wollte ich nur wissen, wie der letzte Stand ist. Daraufhin hat er sich kurz eingeloggt und dieses unverständliche Wirrwarr hingeschrieben und sich einfach ausgeklinkt. (dachte ich)

Heute ging es dann weiter:

10:29 AM tomy.bolanos: hello
hi
10:30 AM astrid.soennichsen: Hello.
How is work going?
10:31 AM tomy.bolanos: hello
10:32 AM hi
I am sorry for yesterday's missunderstanding
what happend yesterday is that I am lossing connectivity
that's why I can not follow chatting with you
I will finish the site this week
I mean the show with the design
astrid.soennichsen: Ok. I understand.
tomy.bolanos: the shop
astrid.soennichsen: So, I will receive the final design?
tomy.bolanos: with the design
10:33 AM astrid.soennichsen: And the shop includes already the products of our client?
10:35 AM tomy.bolanos: now I dont undertand
do you what the header I sent you?
astrid.soennichsen: You mean: you are working on the design? Or you already finished the shop and the selling system?
10:36 AM tomy.bolanos: dice qure no sabe
excuseme
astrid.soennichsen: You mean the flash for the image-bar?
tomy.bolanos: I mean I will use the last header I sent you
10:37 AM astrid.soennichsen: Si, con los vacas y los nubes- el flash, verdad?
tomy.bolanos: yes, the flash and the image bar
10:38 AM si
sorry, yes
astrid.soennichsen: Ah, entiendo! Que bueno.
tomy.bolanos: and using my last propousal as the rest of the design
ok?
the show is installed
astrid.soennichsen: That is really good!
Yes!
10:39 AM tomy.bolanos: today I will integrate the design into it
astrid.soennichsen: Ok.
That sounds really good. So everything is on time? Yes?
10:40 AM tomy.bolanos: yes
10:41 AM astrid.soennichsen: really good. Thats just what I wanted to konw! Thank you.
10:42 AM tomy.bolanos: ok
astrid.soennichsen: OK. So have a nice day!
:)

Na? Hat einer von Euch verstanden worum es geht? Das ist echt nicht so einfach! Aber echt witzig!

Montag, April 24, 2006

"Siieeeeteeeciiiennntos treeeeinntaaaa y ocho!"

Montag wollten wir (Janine, Ise, Pablo und ich) die Maxie überraschen, weil sie am letzten Freitag Geburtstag hatte und mit ihrem Freund in La Serena war. Bewaffnet mit Kuchen, Blumen, Geschenken und Bier machten wir uns auf den Weg. Als die Tür geöffnet wurde, wollten wir schon anfangen zu singen, aber da stand nur Rodrigo, der Mitbewohner von Maxie.
So ein Pech! Aber nach etwa 5 Minuten öffnete sich die Tür und das Geburtstagskind war da- sichtlich überrascht! Da haben wir dann einen netten Abend zusammen verbracht.

Letzten Donnerstag hab ich mich mit Ise, Maxie und "Wander-Carlos" gegen 21h an der Plaza Italia getroffen. Wander-Carlos ist ein 33-jähriger Chilene, den die beiden auf einem Trip ins Cajon de Maipo getroffen haben.
Wir sind dann ins "Sudafricano", der Kneipe, wo mein Tandem-Partner Pablo als Kellner arbeitet. Der hat uns dann ein paar leckere Pisco Sour gemixt, dem chilenischen Nationalgetränk, bestehend aus Traubenzucker und einer Art Cognac... Nach zwei solchen Dingern ist man auch schon sehr benuschelt... War ein sehr lustiger Abend.

Freitag kam Janine zu mir und ich hab das erste Mal hier ne Pizza bestellt! Das war vielleicht ein Zirkus! Der Typ am Telefon hat mich einfach nicht verstanden, wenn ich ihm die Adresse durchgeben wollte. Ich war schon ganz genervt und dauernd wurde ich weiterverbunden und durfte alles nochmal von vorne wiederholen... "Siieeeeteeeciiiennntos treeeeinntaaaa y ocho!" AAHH!!
Hat aber schlussendlich geklappt! Wir haben uns dann einen gemütlichen Abend mit Bier und Pizza gemacht und die Katzen ein wenig geärgert, die mir mittlerweile ziemlich auf den Zeiger gehen. (Dauernd springen die auf meinen Schoss und fast auf meinen Teller, wenn ich esse!)

Samstag bin ich mit Maxie und ihrem chilenischen Mitbewohner Rodrigo in die Berge gefahren. In den Thermen "Las Colina". Da konnte man so richtig gut entspannen. Das hatte ich auch nötig, denn in der letzten Woche hab ich mich nur geärgert bei der Arbeit! Der Blick war einfach traumhaft, als man in den Thermen lag: Berge und in der ferne Gletscher, die mit Schnee bedeckt waren. Die Becken sind natürlich entstanden, das Wasser war etwas milchig aufgrund des Mineralschlamms und das Wasser kam heiss aus dem Felsen, da es ja viele Vulkane in Chile gibt. Wir haben den ganzen Tag in diesen Becken relaxt, Bier getrunken und lecker gegessen. der Rückweg war dann wieder etwas anstrengend: ein Glück hatte Rodrigo einen Jeep, denn mit einem normalen Auto wäre man da gar nicht hingekommen! Kleine Bäche, Schlaglöcher und Spurrillen ohne Ende. Durchgerüttelt kamn ich dann gegen 22h wieder in Santiago an und war total kaputt.

Daher habe ich Sonntag auch erstmal schön relaxt! Habe im Bett das Hörbuch "Lila, Lila" von Martin Suther gehört und Kekse gegessen! Das musste mal sein! Ich hatte in der letzen Zeit fast jeden Tag was vor, da tat so eine Auszeit echt mal gut. Abends hab ich mich dann aber noch mit Justin getroffen und wir sind zur Metrostation Quinta Normal gefahren und haben uns da einen Film von François Truffaut (Le dernière metro, mit Gerard Depardieu und Catherine Deneuve) angesehen. Da der Film auf französich war mit spanischem Untertitel musste man sich schon etwas konzentrieren. Aber hat gut geklappt!

Montag, April 17, 2006

Kulturtag und Café mit Beinen

Gestern hab ich mich mit Ise und Janine verabredet und wir wollten mal einen Kultur-Nachmittag einlegen, weil Sonntags alle Museen umsonst sind. Als erstes wollten wir uns eine Kirche in der Innenstadt ansehen, die alle Erdbeben überstanden hatte (übrigens hat eben das Bürogebäude wieder mal für ´ne Weile geschwankt!! Ah!). Leider war die geschlossen- und das am Ostersonntag!
Naja, dann sind wir zu einer Ausstellung gegangen, die Figuren aus der Inka- und Maya-Kultur Mexikos zeigte. Schon sehr interessant, aber ich kann mich dafür nicht so scheusslich lange begeistern. Mir reicht es, wenn ich es kurz mal sehe. Da bin ich wohl in dieser Hinsicht ein Kulturbanause...
Danach haben wir uns ein Eis gegönnt. In der Eisdiele war wieder ne Gruppe Männer die wieder gepfiffen und sämtliche Kommentare abgegeben hatte. "Ja, nicht schlecht!!" "Ajjajjajaii"- Oh, man! Das nervt echt. Wenn wir die durch die Strassen gegangen sind, waren wir echt die Attraktion, weil in der Innenstadt meist nur Chilenen oder Peruaner unterwegs waren. Dann sind mir noch ein paar Cafés ("cafe con piernas") aufgefallen, die doch etwas merkwürdig aussahen...
Spiegel bis zum Boden an den Wänden, ein Tresen ohne Verkleidung, d.h. nur der Tisch und Bedienungen im Mini-Minirock mit High-Heels. Komisch, dass da nur Männer drin waren... ;)
Das ist hier wirklich krass mit dem Machismo. Einerseits mit den Kommentaren, mit den chilenischen Soaps (die sind auch sehr sexistisch), anderseits wird man als Frau auch zuvorkommend behandelt. Zum Beispiel, wenn man aus dem Bus steigt, wird einem die Hand angeboten oder im Fahrstuhl darf an zuerst aussteigen und so weiter. Aber das ist mir gar nicht so wichtig. Javier, der chilenische Praktikant, fragte mich einmal: " Darf ich deine Tüte tragen?" Da muss ich vielleicht komisch geguckt haben, denn er meinte: " Ach, das willst du bestimmt nicht, denn du bist ja Europäerin."
Hab gestern eine kurze Reportage über ein deutsches Mädel gesehen, die im Süden von Chile Schiedsrichterin beim Fussball ist. Man stelle ich einmal diese Mischung vor: eine Frau pfeift Männer aus und verteilt gelbe Karten und das bei diesem Männersport! Oh je! Die musste vielleicht was aushalten. Die ganzen Zuschauer waren immer am Fluchen! Und sie hat sich auch über dieses Hinterhergepfeife, Genuschel und Gelaber aufgeregt und wollte zwei Jungs (wohl erste 14) vor der Kamera mal zur Rede stellen, warum sie das machen - die waren dann auf einmal so schüchtern und schweigsam... Jaja...

Meine Mitbewohnerin Alana hat eine Woche Urlaub und ist nach Ecuador geflogen. Auch nicht schlecht! Sie meint, dass die Leute da generell viel freundlicher und offener sind, als die Chilenen. Kann ich ja noch nicht beurteilen....
Jedenfalls ist sie ja so innig mit ihren drei Katzen und hatte sich laut und breit um 4 Uhr nachts von ihnen verabschiedet. "Bye! I love you boys- I am gonna miss you sooo much!!" Oh, du meine Güte... Die Katzen werden es schon überleben. Jedenfalls kommt die eine jetzt immer bei mir an und legt sich, wenn ich auf dem Sofa liege fast auf mein Gesicht... Hilfe! Die brauchen echt viel Nähe...
Meine andere Mitbewohnerin war mit ihere Familie auf dem Bio-Bio-Markt, wo man einfach alles kaufen kann: Von Möbeln über Lebensmittel, einfach alles. Naja, leider ist das da nicht ganz ungefährlich und mir wurde schon angeraten nicht allein als Europäerin dahinzugehen. Jedenfalls wurde ihr das Portemonnaie aus der Tasche geklaut. Jetzt ist sie schon die dritte Person, die ich kenne, die beklaut wurde. Ich trage meine Karten usw. immer in einer Innentasche unter der Jeans. Ich hoffe, dass ich davon verschont bleibe. Am Besten ist es auch, man trägt keinen Schmuck und keine teurer aussehenden Sachen bei sich, dann sieht es auch nicht so aus, als ob es was zu holen gibt. Jaja, das ist hier alles ein wenig anders. Aber es gefällt mir hier trotzdem.

Nationalpark La Campana

Am Samstag ging es dann zum Nationalpark. An dem Tag hatten wir es nur mit netten Menschen zu tun. Der Busfahrer half uns unsere Tickets umzutauschen, weil der Verkäufer uns die falschen verkauft hat und dadurch haben wir jeder etwa 1000 Pesos wiederbekommen. Im Bus selbst hatte ein Mann mitbekommen, dass wir in den Park wollten und gab uns eine Beschreibung, wie wir dahinkommen. Im Dorf vor dem Park waren auch alle hilfsbereit. Der Fahrer des Minibusses hatte uns vor einem Jeep mit Leuten abgesetzt, weil er wusste, dass die Richtung Park fuhren. Und als wir fragten, ob die uns wohl mitnehmen würden, sind die wie selbstverständlich aufgerückt und haben uns in der Nähe abgesetzt. Danach hat uns ein Pärchen (Schweizer und Peruanerin) angeboten bis zum Park mitzufahren. Hatte alles super geklappt.

Der Park selbst war superschön. Wie in einer Oase. Nur die Dinosaurier fehlten. Es gab viele Palmen, Kakteen und wir haben usn dann für eine Route von 6km zu einem Wasserfall entschieden. Das war auch eine sehr gute Wahl, denn oben angekommen, hatte man einen Super-Blick über das ganze Tal und man konnte sich in dem kleinen Bach abkühlen.
Ein anderes Pärchen, dass wir auf dem Weg getroffen haben, hat uns gezeigt, dass man die Kokosnüsse der chilenischen Palme auch essen kann. Sie sind allerdings sehr klein, waren aber totzdem lecker. Feigen gab es auch.
Richtige Ostereier gab es für mich zu Ostern nicht, aber dafür hat Ise einfach mal einen Bonbon fallen lassen und meinte: "Du musst suchen! Das ist ein Osterei!" Hatte ich gar nicht mitbekommen, waere beinahe darübergelaufen...
Eine lustige Sache gab es noch: Als Ise auf der Suche nach weiteren Kokosnüssen war, wartete ich und ich blickte dabei über die Hügel mit den Palmen. Auf einmal gab es ein "Muh-Konzert" und die Kühe kommunizierten miteinander. Das passte überhaupt nicht in die Szenerie... Ich hätte da echt alles erwartet: Schlangen, Elefanten, Giraffen- aber doch keine KUH!
Auf dem Rückweg hat uns das Kokosnuss-Paar mitgenommen. Die haben auch noch einen Zwischen-Stop bei einem kleinen Obst- und Gemüseladen gemacht, so dass wir noch ein wenig leckere Sachen kaufen konnten. Danach haben wir uns einfach an die Autobahn gestellt und einen Bus angehalten, der uns mit nach Santiago genommen hat.
Das war ein schöner Tag.

Wetterumschwung

Die letzte Woche ging schnell herum. Montag hab ich mich wieder mi Pablo, meinem Tandem-Partner getroffen. Ich hab mir dann Sushi gegönnt und weil Happy Hour war, haben wir uns beide einen Cocktail bestellt. Donnerstag war es schon echt merkwürdig so früh Schluss zu haben und ich hab den Nachmittag auf meinem Sofa vor dem Fernseher mit frischem O-Saft und Keksen genossen. Hach, das war schön!
Freitag bin ich mit Alana und ihrer Freundin in meiner neu entdeckten Lieblingseisdiele ein Eis essen gegangen. Danach haben wir uns noch den Cerro Santa Lucia angesehen. Gegen Abend bin ich zu Ise gefahren. In ihrem Haus war es echt schweinekalt! Wir haben da mit zwei dicken Wollpullis gesessen und gebibbert. In der letzen Woche gab es von Dienstag auf Mittwoch einen krassen Temperatursturz. Dienstag war es noch sachön warm mit ca. 27 Grad, Mittwoch dagegen kalt und bedeckt mit ca. 15 Grad. Und nachts kühlte es auf 6 Grad herunter. Da die Häuser nicht isoliert sind, nur einfache Fensterscheiben haben und keine Heizung, war es dementsprechend kalt! Da kann ich mich noch auf was gefasst machen! Allerdings war es bei uns in der Wohnung nicht ganz so schrecklich. (Hatte Alana ja auch gesagt, nur wollte ich es nicht so ganz glauben.) Aber ich muss nachts schon mit einer dicken Wolldecke schlafen.
Bei Ise haben wir uns dann ne lecker Gemüsesuppe mit Knoblauch, Chili und ein wenig Zimt gekocht (wirklich sehr lecker- hat einen marokkanischen Einfluss). Dabei haben wir den Ausflug für den nächsten Tag geplant. Das war gar nicht so leicht, denn wir wollten zu einem Nationalpark in der Nähe, doch im Internet liess sich nicht so richtig rausfinden, wie man dahin kommt. Aber wir haben es doch geschafft.

Sonntag, April 09, 2006

Lecker Eis und schlechtes Bier

So: nun zum Samstag - eigentlich die falsche Reihenfolge, aber die Story vom Sonntag hat mich so aufgewühlt, die musste ich zuerst loswerden.

Samstag waren Janine und ich mit der Metro zu einem Viertel gefahren, wo es angeblich tolle und günstige Klamotten geben sollte. Angekommen sah das schon ganz anders aus... Das war alles einfach zu billig gemacht... und auch nicht gerade tolle Teile. Weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll: eine Mischung aus 90er mit viel Glitzer und grellen Farben. Auf der Straße liefen alle kreuz und quer wie sie wollten und wir waren, glaube ich echt, die einzigen Ausländer da. Manchmal denke ich: so müssen sich wohl Farbige fühlen, wenn sie in Europa zwischen den ganzen Weissen laufen und angestarrt werden.
Da wir dort nicht fündig wurden, sind wir wieder zurück ins Centro und haben eine Eisdiele ausprobiert, was ein voller Erfolg war. Selten so ein leckeres Pistazien-Eis gegessen... Danach hab ich mir ne alte schon etwas verschrammelte, aber schöne Lederhandtasche auf einem Flohmarkt gekauft. Anschließend waren wir noch auf einem "Kunsthandwerkermarkt" und haben ein wenig gestöbert. Gegen Abend sind wir zu Janine, haben uns Spaghetti gemacht und auf David, ihren Mitbewohner gewartet, der mit uns zu einer tollen Bierkneipe fahren wollte. Leider war das echt ein Reinfall. Es gab gar keine internationalen Biere, wie eigentlich gedacht, sondern nur ein hausgebrautes Bier, dass wie Abwaschwasser schmeckte... Da lobe ich mir doch das deutsche Reinheitsgebot! (Jetzt kommt bestimmt wieder der Kommentar des anonymen Schreibers: "Warum bist du in Chile, wenn alles so sein soll, wie in Deutschland?") Tja, wer mal länger im Ausland war, der wird verstehen, dass man dann erst einige Dinge zu schätzen lernt...

Ich hatte mir jedenfalls ein dunkles Bier mit Cacao (nicht mit Milch) bestellt. Kann man ja mal probieren, dachte ich mir. War an sich auch nicht schlecht- nur das ich schon beim Trinken echt tierische Kopfschmerzen bekommen habe. In dieser Kneipe gab es viele merkwürdige Mischungen. Bier mit... Amaretto, Vodka, Tequila, Honig usw. Nicht so mein Fall.

Der Tag begann so schön...

Der Tag hat heute eigentlich sehr schön begonnen. Ich habe ausgeschlafen, gefrühstückt, mit meinen Verwandten telefoniert und gegen 14.30h sind Alana und ich zur Plaza Italia gelaufen, um uns mit Janine und Pablo zu treffen. Schon auf dem Weg dorthin sind uns viele Jugendliche in Fussballtrikots aufgefallen, die einfach wild auf der Straße rannten und herumgrölten. Alana meinte: "Da ist heute bestimmt irgendein Fussball-Spiel." - Wir haben uns da nichts weiter bei gedacht.
Dann haben wir uns mit den anderen beiden getroffen, sind mit durch das Viertel Bellavista zum Cerro San Cristobal gelaufen und mit der "Funicular" (Seilbahnaufzug) und dem "Teleférico" (Seilbahn) über die Stadt geschwebt. Den Ausblick konnte ich wieder nicht so recht genießen. (Meine Höhenangst dürfte jetzt ja mittlerweile bekannt sein...) Jedenfalls sind wir dann durch einen botanischen Garten und einen leider sehr, sehr kleinen japanischen Garten spaziert und haben die Ruhe genossen. Auf dem Rückweg haben wir im Patio Bellavista eine Pizza in einem nachgemachten "Hard-Rock-Café" gegessen. War super lecker gewesen. Dann sind wir nach Hause gelaufen...
Schon als wir zur Plaza Italia zurückkamen, hatte ich ein das Gefühl:"Schnell weg hier!" Überall standen Polizisten mit Helmen und Schlagstöcken, gepanzerte Polizei-LKWs, es gab mit Gittern abgesperrte Bereiche...
Wir haben uns dann an der Metrostation von Janine verabschiedet und Alana und ich haben uns zu Fuss auf dem Weg nach Hause gemacht. Als wir in eine Seitenstrasse der Plaza Italia abbogen, kam uns eine größere Gruppe Jugendlicher in Fussball-Trikots entgegen. Die waren vielleicht so zwischen 12 und 18 Jahren alt. Man hat irgendwie gesehen, dass die nicht aus diesem Stadtteil stammten, sondern aus einer sozial ärmeren Schicht. Die hatten irgendwie was Kriminelles an sich. Ich dachte nur: " Ok, einfach gerade aus schnell und zügig weiterlaufen!" Die guckten uns auch schon so merkwürdig an. Ich hatte nur mit ein paar "üblichen" Bemerkungen gerechnet.
Dann drehte ich mich um und Alana rief mir etwas zu, was ich nicht verstanden hatte, und lief ziemlich schnell wieder zurück Richtung Plaza Italia. Einige Jugendlichen blickten auf dem Boden, als wenn sie etwas suchten und ein Mann meinte zu mir: "Hau ab! Es ist gefährlich hier!" Ich war total verwirrt. Mein Herz auf 180 und Alana war weg. Ich fragte den Mann, in welche Richtung ich gehen kann - welche sicher ist, aber der gab mir keine Antwort und meinte: "Nimm schnell ein Taxi und verschwinde von hier!" Ja, aber ich konnte ja schlecht ohne Alana fahren! Und ich wusste auch nicht, warum sie auf einmal weggerannt war und mich einfach so stehengelassen hat. Also bin ich in dieselbe Richtung wie sie gelaufen, um sie zu suchen. Aber es war nichts von ihr zu sehen.
Der Platz füllte sich immer mehr mit grölenden Fussball-Fans und ich bin einfach schnell in die Metro-Station gerannt und hab sie versucht auf dem Handy zu erreichen. Ich konnte sie schlecht verstehen, sie hatte dauernd was von Polizei geredet und dass sie nicht runterkommen kann. Ich hatte verstanden, dass die Eingänge von der Polizei versperrt wurden. Sie meinte: Ich solle nach Hause fahren- sie wird versuchen ein Taxi zu nehmen. Langsam wurde es auch immer unheimlicher, weil die Fans, als sie die Metro wechselten, total laut grölten und auf den Boden stampften usw. Ich hatte echt Schiß, dass sie auf mein Gleis kamen. Dann kam ein Glück die Metro und ich bin eine Station weiter weggefahren.
Dann musste ich allerdings noch drei Blocks laufen (den Weg, den ich jeden Tag zur Arbeit gehe). Es war aber echt unheimlich, denn der Ausgang zur Straße war verschlossen- nur der Eingang war auf (schon einmal ein schlechtes Zeichen) und ich war ganz allein und es liefen teilweise merkwürdige Gestalten da rum. Ich bin dann auf schnellstem Wege mit dauerndem Umschauen nach Hause. Auf dem letzten Stück bis nach Hause waren leider die Straßenlaternen kaputt. Es war nicht stockdunkel- ist ja auch eine größere Straße, aber es war echt unheimlich. Vor mir lief noch eine andere Frau, da war ich ganz froh. Denn es kam mir ein echt merkwürdiger Typ entgegen. Wie der mich angeguckt hat. Ich dachte echt nur: "Oh, Gott! Laß mich bloß in Ruhe!" Dem hätte ich alles zugetraut: dass er ein Messer zückt usw. Dann bin ich schnell in unseren Hausflur gerannt und hab wieder versucht Alana zu erreichen. Die war immer noch am Plaza Italia, aber sie klang ok, stand bei einem Polizisten und wollte sich ein Taxi nehmen. Man war ich froh, als sie zur Tür reinkam...
Dann erfuhr ich erst den Grund, warum sie auf einmal umgedreht war: einer der Jungs hatte ihre Kette (die ihr sehr viel bedeutet) vom Hals gerissen und sie ist dann hinterher, um sie wiederzubekommen. Die sind einfach weitergegangen, als wenn nichts wäre. Sie hat dann Polizisten herbeigerufen, um den Diebstahl zu melden bzw. ihre Kette wiederzubekommen.
Oh je... Nicht die feine englische Art mich da einfach stehen zu lassen, zumal ich überhaupt nicht wusste, warum sie einfach umgedreht war. Ich dachte, dass sie geflüchtet war, weil aus unserer Laufrichtung die Hooligans kamen... Jedenfalls hatte ich echt tierische Angst. Das war also mein erstes (und hoffentlich letztes) schlimmes Erlebnis in Chile. Eigentlich fühlte ich mich ganz sicher hier. Aber nun bin ich echt wieder vorsichtiger...
Von Andrea haben wir dann erfahren, was da überhaupt los war: die Fussball-Vereine "Colo Colo" und "Universidad de Chile" hatten heute ein wichtiges Spiel. Die Chilenen sind generell ziemlich Fussball-fanatisch und sehr aggressiv und emotional, wenn ihre Mannschaft nicht gewinnt. Beim letzten Spiel dieser Mannschaften kam es sogar soweit, dass ein Mann nach dem Spiel von einem Fan der gegnerischen Mannschaft erstochen wurde. Daher hat die Polizei heute mit extremen Ausschreitungen gerechnet (eine Revanche für den Mord)... Wenn man das nur vorher wüsste... Andrea meinte, dass ihr Cousin an solchen Tagen schon seinen Tagesablauf anders plant bzw. andere Straßen benutzt als sonst, weil es ein paar "markante" Gegenden gibt, wo es immer zu Ausschreitungen kommt. Und wir waren genau im Zentrum davon...
Jedenfalls bin ich froh, dass uns sonst nicht passiert ist. Alana tat es im Nachhinein auch total leid, dass sie mich da so stehen gelassen hat, aber das war einfach alles so plötzlich passiert...

Letztes Jahr wohnte ein Peruaner in dem Zimmer von Andrea. Er war auch unglücklicherweise gerade nach einem Fussball-Spiel an diesem Ort. Einige Typen sind dann auf ihn los und meinten: " Los! Bringt ihn um! Das ist ein Peruaner!" Echt krass! Die Chilenen sind meiner Meinung nach sehr ausländerfeindlich, wenn es um ihre direkten Nachbarn geht: Peruaner, Bolivianer und Argentinier. Außerdem haben die meisten eine schlechte Meinung von den Ureinwohnern Chiles, den Mapuche-Indiandern... Das ist mir schon bei Miguel, unserem Reit-Guide in Pucón, aufgefallen.

Das und andere Dinge fallen einem erst auf, wenn man sich länger in einem fremden Land aufhält und die "Urlaub-alles ist toll- Brille" abgelegt hat...

Samstag, April 08, 2006

Pinguine und ein verwirrtes Büro

Gestern war ich mit Andrea (meiner Mitbewohnerin) und Janine im Kino und wir haben "Der Marsch der Pinguine" angeguckt. Wirklich beeindruckende Bilder! Das es überhaupt noch Pinguine gibt, wundert mich. Wie schwer die es haben, Nachwuchs zu zeugen... Die müssen ja die ganze Zeit das Ei auf den "Füssen" balancieren und mitschleppen, damit es warm gehalten wird. Und falls das Ei mal runterfällt, müssen sie sich schnell beeilen, denn das Küken überlebt nur ein paar Sekunden. Echt nicht so einfach!
Ich würde auch gerne nochmal in den Süden Chiles reisen, um mir echte Pinguine anzusehen. Vielleicht klappt es ja im September, denn im Winter kann man ohne richtige Ausrüstung ("Jack Wolfskin oder Northface"-Klamotten oder so) darunterreisen ohne Frostbeulen zu bekommen.

Diese Woche gab es wieder einiges zu tun beim Praktikum. Es ist wirklich schwierig jemanden nur per E-Mail mitzuteilen, wie ein Design auzusehen hat. (Und dann noch auf Englisch!) Jedenfalls kam der verbesserte Design-Vorschlag gestern an und als ich ihn gesehen habe, da war ich echt entsetzt! Das sah wie eine Kinder-Collage aus! Ich hatte mir das ganz anders vorgestellt. Aber das sind die Schwierigkeiten und Hürden, die ein Projekt verlängern und ich bin ja hier, um das zu lernen und Erfahrungen zu gewinnen.

Ansonsten gab es in dieser Woche nicht viel Spannendes. Außer: mein Chef sagte gestern am Freitag, gegen 17h: "Wieso seid Ihr noch alle hier? Ist doch Freitag! Also wer gehen will, kann gehen!" Also da waren wir alle verwirrt und wussten echt nicht, was wir machen sollten. Alle haben den Mund nicht mehr zubekommen - sowas hat er noch nie vorher gebracht! Immer strict und so. Nachdem er dann weg war und wir geschnallt haben, dass das kein Witz war, war die Stimmung super im Büro. Alle haben ihre Sachen gepackt und sind los. Den ganzen Rückweg musste ich darüber nachdenken - das war echt merkwürdig! Aber ein sehr gutes Management-Instrument! Die Stimmung war selten so abgedreht!

Dienstag, April 04, 2006

Juhu! Rotkohl und Lakritz...

Freitag nach der Arbeit haben Janine und ich uns getroffen und sind zum Jumbo gefahren, um uns den "deutschen" Supermarkt einmal anzusehen. Meine Erwartungen waren da ein wenig hoch, aber soviele deutsche Produkte, wie ich dachte, gab es da gar nicht. Es war eher wie bei einem riesen Plaza-Markt: gross, viel los und unübersichtlich. Aber es war doch erstaunlich, wie man sich nach einiger Zeit über Ritter-Sport-Schokolade und eine Tüte Lakritz freuen kann... Ausserdem hab ich mir noch ein Glas Rotkohl geholt. Janine und ich haben uns aber am Freitag entschieden italienisch zu kochen - mit Eis als Nachspeise. Ds Eis war super- da kann man nichts sagen. (mit Baiserstückchen drin... )
Dennoch muss ich da nicht so schnell wieder hin: wie überall in der Stadt, in der Mall oder sonstwo schnecken die Chilenen durch die Gegend, bleiben unvermutet mitten auf dem Gang stehen und machen keinen Platz, wenn man vorbei will. Die reinsten Hindernisse! Und für Leute, die es etwas eilig haben und ihren Einkauf schnell über die Bühne bringen wollen- keine Chance! Da kann man nur die ganze Zeit mit den Augen rollen...

Samstag hab ich erstmal schön ausgeschlafen und abends war ich mit Ise im Theater. Das war sehr anstrengend zu folgen, denn wir haben eigentlich nur den groben Handlungsrahmen verstanden. Sehr platte Story! (Psychiater mit Impotenzproblemen hat eine Cello-spielende Frau, die sich in den Patienten verliebt.) Ein Glück brauchten wir dafür nichts bezahlen: Javier hat mir die Karten geschenkt, er hatte sie gewonnen und konnte aber nicht hin. (Glück für ihn!)
Nach dem Theater haben wir uns dann mit Maxie und ihrem Freund Francisco (Chilene)getroffen und sind auf eine Privat-Party gegangen. Da waren auch Janine und ihr ehemaliger Mitbewohner Pastol (Chilene). Das war ganz nett, allerdings war die Party so riesig, das man mit den anderen nicht so richtig ins Gespräch gekommen war. Durch Zufall habe ich da auch einen alten Bekannten wiedergetroffen: Luis, Belgier, mit dem ich in der zweiten Woche Sprachunterricht hatte. Tja, die Welt ist klein...

Sonntag sind Ise, Maxie, Francisco und ich nach Pirque gefahren. Das liegt ca. 1,5 h südlich von Santiago. Dort gibt es einen Nationalpark mit Bergen und einem Fluss. Aber das Wichtigste: Stille und frische Luft! Wir sind dann ein wenig gewandert und haben am Fluss gepicknickt. Sehr schön war das. Aber auch wieder ein wenig anstrengend. So richtig erholt hab ich mich am Wochenende nicht... Vielleicht klappt es ja das kommende Wochenende...

Gestern hab ich mich das erste Mal mit meinem Tandem-Partner getroffen. - Nein, nicht zum Fahrrad fahren, sondern zum Sprache lernen! Er ist Chilene,24 und möchte nächstes Jahr nach Deutschland um dort zu studieren. Er konnte echt schon ganz gut sprechen. Eigentlich wollten wir ins Kino, um Ice Age2 zu gucken, aber das hab ich lieber abgesagt. Die anderen haben mich vorgewarnt: ins Kino gehen bedeutet hier schon ein wenig mehr und ich hatte kein Bock auf irgendwelche Annäherungsversuche. Also hab ich ihm gleich klar gemacht, dass ich einen "pololo" habe. Ein wenig geknickt war er schon. Wird sich zeigen, ob er jetzt noch Energie in mich verschwendet... Naja, vom Typ her war er soweiso nicht mein Fall: kleiner als ich und steht auf Heavy Metal... Aber so zum Schnacken echt ok.