Sonntag, Mai 14, 2006

Kultur, Carrete und ein perfektes Café

Donnerstag Abend haben wir (Maxie, Francisco, Ise, Alex- ein Freund von Ise- und ich) uns am Centro Cultural de Matucana verabredet, weil
wir uns das Stück "Gulliver" ansehen wollten. Angelehnt an das Buch "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift wird dort ein Theaterstück aufgeführt, dass mit einer Kombination aus Puppen und Menschen dargestellt wird. Leider hatten wir keine Karten mehr bekommen, obwohl Francisco sich schon um 17h für abends 20h angestellt hatte. War aber nicht so schlimm, denn wir sind dann in die "Pelucería Francesa" gegangen.
Das ganze Viertel um die Estación Quinta Normal ist super schön. Dort gibt es noch viele alte Gebäude. Die Gegend um die Pelucería hat mir besonders gut gefallen- das hatte irgendwie lateinamerikanisches Flair. So stelle ich mir Buenos Aires vor!
Unten im Gebäude ist ein Friseur, mit so richtig alten Friseurstühlen usw. Man kommt sich wie im anderen Jahrhundert vor, wenn man da reinguckt. Oben gab es dann eine Mischung aus Restaurant und Bar. Die ganze Einrichtung war total cool: alte Möbel aus verschiedenen Epochen, Bilder, Gegenstände, Lampen, Fotos, Zeitschriften- alles war vom Floh- oder Antikmarkt. Echt gemütlich und es gab soviel zum Gucken... In der Bar, die sich über mehrere Räume erstreckte, kam man sich so vor, als wenn man zu Hause bei jemandem zu Besuch ist. Ein echt cooler Ort, an dem auch noch stylische, französische Musik gespielt wird. Mehr davon, bitte!

Am Freitag ging es aber dann doch zu "Gulliver", da wir uns am Donnerstag im voraus Karten gekauft hatten. Und es hat sich wirklich gelohnt! Ich bin eigentlich nicht so für Marionetten bzw. Puppentheater, aber das war echt spitze gemacht! Die Puppen sahen sowas von echt aus. Zwei Leute haben je eine Puppe gespielt. Die konnten sogar den Mund bewegen. Ein niedliches Theaterstück war das! Und mit so tollen Lichteffekten. Man war wie verzaubert, als das Licht nach jeder Szene wieder anging und wieder ein anderes Bühnenbild zum Vorschein kam.

Nach dem Theater bin ich dann mit zu Maxie, weil ich mich mit Tobias und Keno (auch Inwentler) verabredet hatte. Da beide noch nicht zur verabredeten Zeit da waren, konnte ich mich bei ihr ein wenig aufwärmen. Linda und Rodrigo waren auch zu Hause. Linda, die neue Mitbewohnerin, war ganz kaputt von der ersten Arbeitswoche im Krankenhaus. Sie studiert Medizin und macht jetzt hier ein Praktikum. Sie hat echt heftige Arbeitszeiten: von um 7h morgens bis 20 oder 21h abends. Da darf ich mich echt gar nicht beschweren.
Beide Mädels wollten nur noch ins Bett, aber Rodrigo ist ja immer für nen Drink zu haben, also ist er nachher mitgekommen.

Mit den drei Männern war ich dann erst in einer Bar und späeter sind wir dann wieder ins "Clandestino" gegangen (dem Club mit der Liveband und der 80er/Britpop-Musik). War wieder sehr gut. Schön tanzen... Keno sagte mir, dass er froh sei mal rauszukommen. Tobi hat nämlich irgendwie nicht so Bock wegzugehen... Die beide hängen anscheinend immer nur zu zweit nach der Arbeit und am Wochenende rum.
Ach, ist ja kein Problem: mir macht es ja Spaß Leute zu "verkontaktieren" und zu integrieren. Je mehr- desto besser...