Montag, Februar 13, 2006

Das erste Wochenende...

Am Freitag Abend hab ich mich auf den Weg gemacht, um mir Bustickets zu kaufen. Leider konnte ich mich nicht mehr so recht an die Metrostation erinnern, an der ich aussteigen sollte. Natuerlich bin ich an der Falschen ausgestiegen... (es war nicht die "Universidad de Chile", nicht die Station "Universidad de la Republica" sondern die "Universidad de Santiago"!!) Uebrigens muessen die Chilenen ihr Studium vollkommen selbt finanzieren. Es gibt einen grossen Wettbewerb unter den Universitaeten, so dass es viele Werbespots im Fernsehen gibt. Schon etwas merkwuerdig. Naja, ich hab dann eine Frau nach dem Weg gefragt- aber leider hat sie, wie alle Chilenen, sehr schnell gesprochen. Aber sie war sehr geduldig und hat mir bestimmt 5 Minuten versucht zu erklaeren, wo ich hinmuss. Das Problem ist aber immer das Gleiche: die Chilenen erklaeren einem dem Weg mit 1000 zusaetlichen Worten. Anstatt zu sagen "este dirección- diese Richtung" oder "zweite strasse links" schmuecken sie die Erklaerungen aus. In der Metrostation hab ich schon einen "Freund"- ein Mann von der Security. Er freut sich schon immer, wenn ich komme und fragt was ich denn heute so mache. Dann gibt er mir Tips, was in Santiago so los ist. Also nett und hilfsbereit sind die Chilenen wirklich. Da kann man nichts sagen.
Letzendlich habe ich den Busbahnhof gefunden und alles hat auch gut geklappt. Ich fahre hier immer mit der Metro, die ist wirklich sehr sauber- viel sauberer als in Deutschland! Mit den Micros, den gelben, alten und verosteten Bussen hab ich mich noch nicht getraut zu fahren. Erstmal weiss man nicht, wohin sie fahren und dann musst du im Fahren rausspringen und dann weiss man noch nicht mal, wann man aussteigen muss, weil nichts angesagt wird. Das heb ich mir fuer spaeter auf.
Samstag bin ich gegen Mittag ins Zentrum gefahren, um ein wenig einzukaufen und zu gucken. Auf den Marktplatz "Plaza Mayor" kann man sich echt nicht als Auslaenderin hinsetzen, weil man dauernd angequatscht wird. Ausserdem wird man dauernd angeguckt. Ich habe meine Gastfamilie gefragt, was denn so besonders an mir ist. Ist es die sehr helle Hautfarbe? Nein, es ist, weil ich so gross bin!! Das haette ich ja nun nicht gedacht. Aber es stimmt- die Chilenen sind wirklich sehr viel kleiner. Ein Glueck bin ich nicht auch noch blond. Dann wuerden die Maenner ja total abdrehen. Das Hinterherpfeifen soll uebrigens ein Kompliment sein. Ich fasse das eher als Belaestigung auf, aber gut... Wenn es zu doll wird setze ich natuerlich meinen boesen Blick auf- das klappt dann schon. beim Einkaufen wurde mir dann ziemlich schwindelig- es ist fuer den Koerper echt eine grosse Umstellung. Bin echt froh, dass ich mir vor der Reise einen eletronischen Uebersetzer gekauft habe, so konnte ich mir in der Apotheke was kaufen. Ach, es gibt noch was zu jammern: meine Fuesse sind kaputt. Obwohl ich keine neuen Schuhe habe, habe ich viele Blasen bekommen und es wird nicht besser. Ich geb die Hoffnung ja nicht auf.
Gegen Samstag Abend bin ich dann zum Cerro San Cristobal gelaufen (das ist ein Huegel in Santiago). Oben auf dem Huegel steht eine Madonna, die zum Schutz ihre Arme ueber die Stadt ausbreitet. Um auf den Huegel zu kommen muss man eine marode Seilzugbahn benutzen. Da ich ja nicht sonderlich schwindelfrei bin, war ich echt froh, als ich oben angekommen war. (Ich dachte die ganze Zeit wie so ein Mantra: Klappt schon. Klappt schon...) Oben hat man echt einen super Blick ueber die ganze Stadt. (Fotos folgen- hier haben die nur Win98, und der PC erkennt meinen Speicherstick nicht. Ihr muesst noch 2 Wochen Geduld haben)
Sonntag bin ich dann mit den gekauften Tickets nach Viña del Mar gefahren. Keine schoene Stadt. Zuviel Tourismus. Ich hatte aber Glueck, denn neben mir sass eine aeltere Frau, die Deutsch sprach eine Freundin (Lehrerein am Goethe-Institut) in Reñaca besuchen wollte. Die beiden haben mich dann mit dem Auto mit zum Strand genommen. Dort waren wir dann Mittag essen und haben E-Mail ausgtauscht.